Zusammen oder getrennt?

Zusammen oder getrennt? Einfache Faustregeln zur deutschen Rechtschreibung

WORTLAND Sprachtraining

Es gibt in der deutschen Rechtschreibung einfache und knifflige Regelungen. Ob zusammen oder getrennt geschrieben wird, damit haben viele Probleme.

Streitfrage in der Rechtschreibung – zusammen oder getrennt?

Spätestens wenn selbst Muttersprachler nicht mehr genau wissen, wie etwas geschrieben wird, wird es kompliziert. Vor allem aber, wenn Sie Deutsch als Fremdsprache lernen, kann das noch frustrierender sein.

Ob Wörter im Deutschen zusammen oder getrennt geschrieben werden, gehört in der deutschen Rechtschreibung zu den echten Streitfragen. Dabei gibt es eigentlich recht klare Regelungen, was im Deutschen getrennt und was zusammengeschrieben wird. Wie genau Sie sich das merken können, was Sie beachten müssen und wie Sie lernen, was zusammen und was auseinander geschrieben wird, erfahren Sie hier.

Warum die Kompositabildung im Deutschen so kompliziert ist

Grundsätzlich ist die Sparte der Rechtschreibung, die sich damit beschäftigt, was zusammen oder getrennt geschrieben wird, die Kompositabildung. Ein Kompositum entsteht, wenn zwei Worte ein neues Wort bilden und das ist im Deutschen komplizierter als etwa im Englischen.

Im Englischen nämlich besteht ein neues Kompositum immer aus zwei getrennten Wörtern, im Deutschen wird es in der Regel zusammengeschrieben. So ist der „Wassertank“ im Englischen der „water tank“. Das bereitet im Deutschen übrigens nicht nur Menschen Probleme, sondern auch der automatischen Rechtschreibprüfung. Die kann dadurch nämlich nicht die einzelnen Bestandteile einzeln prüfen.

Zumindest eine basale Regel gibt es im Deutschen:

Wörter mit „zusammen“ werden zusammengeschrieben, Wörter mit „getrennt“ oder „auseinander“ werden auseinander geschrieben.

Da hat der Duden etwas Sachverstand und Humor bewiesen. Gilt das immer? Zumindest fast immer. Die Verbindungen mit „sein“ schreibt man immer auseinander: „Er möchte immer mit ihr zusammen sein. Das lässt sie jedoch manchmal ganz durcheinander sein.“

Als Faustregel gilt, dass Verben, die eine übertragenere Bedeutung haben, zusammengeschrieben werden: „Wir müssen uns wirklich zusammennehmen“ im Sinne von Kontrolle über uns behalten versus „Die Zeit müssen wir uns zusammen nehmen“. Das bedeutet, dass sich zwei oder mehr Menschen gleichzeitig Zeit nehmen.

Anderes Beispiel: „Wir müssen zusammenarbeiten“ = kooperieren versus „Wir müssen zusammen arbeiten“ = gleichzeitig mit anderen arbeiten.

In Zweifelsfällen kann auch die Betonung helfen. Im ersten Fall wird nur „zusammen“ betont. Im zweiten Fall werden beide Wörter betont, denn sie werden gleich gewichtet und daher auseinander geschrieben. Das ist für Deutschlerner jedoch extrem schwer zu greifen. Genau dieser Rückschluss von Betonung und Bedeutung zur Schreibweise ist es aber, der vereinfacht oft Sprachgefühl genannt wird, was Nichtmuttersprachler erst über Jahre aufbauen müssen.

Steigerungen trennen Wörter – jetzt wird es noch etwas komplizierter

Diese Regel war schon kompliziert? Aber davon gibt es in der deutschen Rechtschreibung leider noch einige mehr:

Da wäre etwa die Möglichkeit der Steigerung oder Komparativbildung. Nimmt sich ein Arbeitnehmer etwa einfach eigenmächtig einen Tag frei, dann will er „blaumachen“. Das „blau“ ist hier im übertragenen Sinne zu verstehen, anders als bei der Wand, die man „blau machen“ will. Denn die könnte man auch „blauer machen“ oder „hellblau“ oder „kobaltblau“. Die Optionen und Änderungen sorgen also dafür, dass getrennt geschrieben werden muss.

Gleiches gilt für andere in den Sprachgebrauch geflossenen Wörter wie „krankschreiben“ oder „gutschreiben“.

Und manchmal gibt es Grenzfälle, die nicht genau in die Schemata dieser Regelung fallen. Das betrifft vor allem die Fälle, die vor der Rechtschreibreform anders geschrieben wurden. Früher gingen Deutsche „radfahren“, wohingegen sie heute „Rad fahren“. In den 90ern konnten viele Deutsche „klavierspielen“, wohingegen sie nach neuer Rechtschreibung „Klavier spielen“. Selbst Tätigkeiten, die zusammengeschrieben wurden wie „spazierengehen“, werden nun auf auf zwei Worte verteilt: „spazieren gehen“.

Einfach zu merken? So einfach ist es nicht, denn wenn das Nomen in seiner Bedeutung als verblasst gilt, so wird das Verb doch zusammengeschrieben. Man kann also Einsprüchen „stattgeben“, an einer Diskussion „teilnehmen“ oder alles „maßregeln“, was den Regeln nicht „standhält“.

Korrekte Schreibweise ist auch eine Lernfrage – und sie lässt sich meistern!

Ob Wörter im Deutschen zusammen oder getrennt geschrieben werden, ist also ein ziemlich komplizierter Sachverhalt mit vielen Sonderregelungen. Das ist vergleichbar mit der Konjugation unregelmäßiger Verben im Englischen: Dort ist es erforderlich, dass eine gewisse Menge an häufig benutzten Vokabeln auswendig gelernt wird (und nicht „auswendiggelernt“). Irgendwann – übernimmt hoffentlich – dann der gut trainierte Sprachmuskel automatisch!

Bei „zusammen“ oder „getrennt“ entwickelt sich bei vielen ein optischer Wiedererkennungseffekt: Man weiß einfach, so sieht das Wort richtig geschrieben aus. Im Zweifelsfall gibt es „Tante Google“ oder besser „Konrad Duden“. Denn sicherlich wollen Sie nicht liegenbleiben oder liegen bleiben und die Fallstricke der deutschen Sprache kennenlernen oder kennen lernen.

Damit sind wir übrigens bei der vielleicht verwirrendsten Sonderregel: Manchmal geht nämlich beides. Gleiches gilt auch für „zu Hause“ und „zuhause“, „an Stelle“ und „anstelle“ oder „in Frage“ und „infrage“.

Da auch die Rechtschreibprüfung in Smartphones und am Computer nicht alle Regelungen genau kennt und vor allem bei wenig genutzten Wörtern oft Fehler auftreten, sind Sie manchmal auf sich allein gestellt.

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